DFG-Analyse: Universität Mannheim verschafft sich durch Fokussierung Sichtbarkeit innerhalb der Hochschullandschaft

Bundesweit auf Platz 2 im Bereich der Sozial- und Verhaltenswissenschaften / Nur LMU München warb mehr Forschungsgelder ein

Im jüngsten Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) liegt die Universität Mannheim bundesweit auf Platz 2 in der Kategorie der Sozial- und Verhaltenswissenschaften. Die DFG attestiert Mannheim, durch eine Fokussierung auf die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften trotz ihrer geringen Größe sich Sichtbarkeit zu verschaffen. Uni-Rektor Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt wertete das Ranking als „Beleg für die Richtigkeit unserer Profilbildung, wie er deutlicher nicht ausfallen könnte”.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die größte Organisation der Forschungsförderung in Deutschland. In den Jahren 2002 bis 2004 hat sie 3,2 Milliarden Euro an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgeschüttet. Das Ranking dokumentiert, welche Universitäten am meisten DFG-Gelder eingeworben haben. Dies waren die Universitäten München, Aachen und Heidelberg. Mannheim landet bei Betrachtung über alle wissenschaftlichen Disziplinen nur auf Rang 52. Der Grund: Mannheim verfügt nur über etwa ein Drittel der Professoren im Vergleich zu großen Universitäten. Und: Die von der DFG am stärksten geförderten Wissenschaftsbereiche - Medizin, Biologie, Physik und Maschinenbau - sind an der Universität Mannheim nicht vertreten. Dies bestätigt auch die DFG. So heißt es in dem Bericht: „Da rund 38 Prozent der DFG-Fördergelder in den Bereich der Lebenswissenschaften fließen, finden sich unter den hoch platzierten Universitäten vorrangig solche mit diesem Schwerpunkt.” Von seinen insgesamt 131 Millionen Euro DFG-Geldern warb Spitzenreiter München alleine 78 Millionen in den Lebenswissenschaften ein.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich jedoch bei einem Vergleich innerhalb der Fachdisziplinen. Innerhalb der Kategorie Sozial- und Verhaltenswissenschaften erhielt die Universität Mannheim 10 Millionen Euro. Mehr erzielte lediglich die weit größere Universität München. Selbst weit größere Hochschulen wie die Humboldt Universität (Berlin), Universität Frankfurt, FU Berlin oder Universität Köln konnte Mannheim hierbei auf die Ränge verweisen. In einer Auswertung der DFG heißt es dazu: „Auch kleinere Universitäten können sich durch eine Fokussierung auf bestimmte Forschungsfelder innerhalb der Hochschullandschaft Sichtbarkeit verschaffen.” So gehöre Mannheim in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften „zu den ganz Großen”. In der Kategorie Sozial- und Verhaltenswissenschaften sind die Mannheimer Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften erfasst.