DFG-Präsident Winnacker: Uni Mannheim brilliert in den Sozialwissenschaften

Pressemitteilung vom 21.07.2003: Neues Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) / Prorektorin: Weitere Steigerung bei Einwerben externer Mittel notwendig, um international mithalten zu können

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, zollt der Universität Mannheim angesichts eines aktuellen Forschungs-Rankings großes Lob: Mannheim brilliere in den Sozialwissenschaften, kommentierte er die Studie in einem Interview der Wochenzeitung „Die ZEIT”. Bewertungsgrundlage war die Höhe eingeworbener Forschungsgelder bei der DFG. In der Kategorie „Gesellschaftswissenschaften” kommt dort die Universität Mannheim auf Platz 2, nur noch geschlagen von der weit größeren Humboldt-Universität in Berlin.

Unter dem Begriff Gesellschaftswissenschaften fasst die DFG die Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaft und Geographie zusammen. 7,7 Millionen Euro Fördergelder konnten die Mannheimer von 1999 bis 2001 in diesem Bereich einwerben. „Die aktuellen Zahlen aus dem laufenden Jahr lassen darauf schließen, dass wir uns bei der Einwerbung externer Gelder weiter verbessern werden”, erwartet Professor Dr. Mila Majster-Cederbaum, Prorektorin für Forschung an der Universität Mannheim. „Dennoch müssen wir im internationalen Vergleich noch einiges aufholen”, fordert die Forschungsmanagerin. „Die öffentlichen Mittel sichern lediglich die Grundversorgung. Alle Wissenschaftler unserer Universität sind aufgefordert, noch stärker als bisher externe Forschungsgelder einzuwerben, damit wir uns auch international auf exzellentem Niveau behaupten können.”

Die DFG ist die größte Fördereinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland. Grundlage ihres Hochschulvergleichs ist die Höhe der Fördermittel, die jede Universität bei der Forschungsgemeinschaft eingeworben hat. Eine Unterstützung durch die DFG gilt in der Wissenschaft generell als Qualitätsnachweis, da die Organisation Forschungsprojekte ausschließlich nach einer sehr strengen Begutachtung fördert.

Großen Anteil an der erfolgreichen Förderung hatten unter anderem der Sonderforschungsbereich 504, in dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler gemeinsam das ökonomische Entscheidungsverhalten von Menschen untersuchen, sowie das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES). Das MZES ist das größte Forschungsinstitut der Universität Mannheim. Es zählt zu den international führenden Einrichtungen im Bereich sozial- und politikwissenschaftlicher Europa-Forschung. Rund 65 Mitarbeiter arbeiten dort an mehr als 60 Forschungsprojekten, die weitgehend über Fördergelder beispielsweise der DFG, der Europäischen Union oder der VW-Stiftung finanziert werden.

Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2003 lässt einen weiteren Anstieg der Drittmitteleinnahmen erwarten. So konnte sich das MZES allein bei der DFG neue Zusagen über 750.000 Euro sichern. Darunter befindet sich das Projekt „Bildungsaspirationen und Bezugsgruppen” des Soziologen Professor Hartmut Esser mit rund 360.000 Euro. Er untersucht darin, warum der Wert von Bildung nicht von allen Menschen gleich hoch eingeschätzt wird. Der Demokratieforscher Professor Jan van Deth erhielt 200.000 Euro für das Projekt „Demokratie leben lernen: Politische Sozialisation von Kindern in Familie und Grundschule”. Darin wird er in einem internationalen Vergleich das Verständnis und die Grundorientierungen zur Demokratie und zu Europa von 6-7jährigen Kindern zum Zeitpunkt des Schuleintritts erforschen.